Bilanz, GuV und Kontoblatt in 30 Minuten: gebaut mit Claude Code

In den letzten Posts habe ich gezeigt, wie Claude Code in einem Experiment aufbauend auf unserer Pacioli-Datenbank eine Buchhaltungs-Engine entwickelt hat.

🔍 Kurz zur Einordnung:
Pacioli (www.amortec.com/pacioli) ist unsere PostgreSQL-Lösung für Accounting und Controlling. Das Prinzip: Wir holen Daten aus ERP-Systemen wie SAP oder Abacus ab, standardisieren sie intelligent und strukturieren sie sauber nach Kontenplan, KST, Projekten und weiteren Dimensionen. Das Ergebnis ist eine Single Source of Truth: auswertbar in Power BI, Excel Pivot und neuerdings auch in lokalen KI-Umgebungen (Ollama/OpenWebUI) für mehrdimensionale Analysen.

Wenn man schon eine Buchhaltungs-App hat, liegt es natürlich nahe, mit Claude Code auch die „monumentalsten“ Instrumente der Buchhaltung umzusetzen: Bilanz, GuV und das Kontoblatt.

Ehrlich gesagt? Abgesehen von der Revisionsfähigkeit bin ich überhaupt kein Freund dieser klassischen Instrumente. Sie sind starr, die Abfragen dauern bei vielen Transaktionen ewig und die ERP-Hersteller haben mich mit ihren limitierenden Exporten regelrecht dazu gebracht, diese Dinge zu meiden, wo es nur geht.

Seit 20 Jahren exportiere ich die Buchhaltungsdaten in eine Datenbank, früher Access, heute PostgreSQL und greife dynamisch mit PowerPivot darauf zu.

So rekonstruiere ich Kontoblatt und GuV on the fly: mit mehrdimensionalen Filter- und Sortierfunktionen per Drag&Drop und der Möglichkeit, per Doppelklick in die selektierten Details abzutauchen. Mit diesem Ansatz konnte ich meine Produktivität und Effizienz unglaublich erhöhen, kontrolliere meine Buchungen und arbeite gefühlt viel moderner. Die klassische Arbeit mit Bilanz, Erfolgsrechnung und Kontoblättern in der „Druck-Version“ erinnert mich fast ein wenig an die Zeiten, in denen „Pacioli“, der vermeintliche Erfinder der Buchhaltung wirklich noch gelebt hat. 🤣

Es wird vielleicht effektiv langsam Zeit mit unseren Buchhaltungs- und Controlling-Methoden in eine neue Zeitrechnung zu switchen.

Trotzdem wollte ich wissen: Was macht Claude Code aus diesen Klassikern Kontoauszug, Bilanz und Erfolgsrechnung? Ich habe Claude Code dabei bewusst Freiraum für die Umsetzung gelassen ohne zu fest einzuschränken.

Es ist einfach erstaunlich. Nach 30 Minuten hatte ich wirklich eine funktionierende Abfrage und anschliessende Umsetzung, alles funktionsfähig mit meinem gewünschten Minimal-Setup:

➡️ Anzeige von einem Konto oder mehreren Konten
➡️ Auswahl-Möglichkeiten von diversen Zeit-Intervallen wie (aktuelles Jahr, Vorjahr)
➡️ Diverse Export-Möglichkeiten (Excel, PDF)
➡️ Excel-Export auch als Flat-File
➡️ Ausblenden von Nullkonten
➡️ Ein-/Ausblenden der Kontogruppierung

Das Interessante am Ganzen. Ich hätte auch noch flexibel weitere Ideen oder Spezifizierungen machen können, so wie mir gerade lustig gewesen wäre. Da noch ein Button. Hier noch eine Selektion. Es ist einfach schon krass, was möglich ist.

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Roman Kalberer

17. Februar 2026

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